Barbara WOLF - WICHA Politik - Wissenschaft - Kunst
Barbara  WOLF - WICHAPolitik - Wissenschaft - Kunst

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Werdegang der Wissenschafterin

Geboren wurde ich am 4.9.1944 in Wien und hatte das Glück, in einem Klima von Liebe, Respekt, Toleranz und Offenheit in der Familie aufzuwachsen. Nach der Matura 1962 am Realgymnasium in der Albertgasse in Wien habe ich an der Wiener Universität Klassische Philologie und Germanistik studiert, mit dem Ziel des Lehramts, um Jugendliche für das Denken und die Kultur der Antike und ihr Fortwirken in die Gegenwart zu begeistern.

Staatsbesuch 1968 in Wien (v.r.): UNO-Generalsekretär U Thant, Liga-Präsident Franz Josef Mayer-Gunthof, Barbara Wicha und Generalsekretär Axel Wüstenhagen

Meine fast zufällige, aber nachhaltige "Begegnung" mit Politikwissenschaft hatte ich bei einem Seminar mit Ernst Florian Winter am 13.11.1965 auf Schloss Eichbüchl (Katzelsdorf, NÖ). Ab da hat sich mein Interesse auf die Internationale Politik, die Vereinten Nationen, auf Menschenrechte, Gerechtigkeit und Anti-Apartheid verlagert - vertieft durch meine Mitarbeit in der österreichischen Liga für die Vereinten Nationen/UNA Austria (heute OEGAVN/UNA-Austria) und im Dachverband der Gesellschaften für die Vereinten Nationen (WFUNA). Dessen Executive Committee gehörte ich bis 1975 an. Bleibenden Eindruck hinterließen die Begegnungen mit UNO-Generalsekretär U Thant (1968) oder Hochkommissar für Flüchtlinge, Sadruddin Aga Khan (1966).
Als Mentor und Lebensmenschen über fast 50 Jahre für mein kontinuierliches internationales Engagement nenne ich dankbar Dr. Axel Wüstenhagen: 1967 - 1972 Generalsekretär der Liga, ab 1972 UNO-Beamter, u.a. bei der UNIDO, Direktor der UNO-Informationszentren in Athen, Wien und Bonn, Vizepräsident 2012 der World Federation of United Nations Associations (WFUNA). Sein Tod im Juli 2014 hat eine schmerzliche Lücke hinterlassen.

Der Nahostkonflikt oder die Vertreibung von tausenden Menschen aus Biafra waren durch meine Reisen nach Israel und Gespräche in London mit dem Leiter des UK Immigrants Advisory Service, John Ennals, mehr als nur akademisches Thema. 

Die ÖGPW - 40 Jahre nach der Gründung (2010)

Viele der Themen, die mich bewegt haben, wurden an der Universität Salzburg intensiv behandelt, wohin ich im Herbst 1967  übersiedelt bin. Vor allem die Seminare und Vorlesungen des Rechtsphilosophen René Marcic, der in Salzburg die Politikwissenschaft begründet hatte, waren ausschlaggebend, dass ich meinen Studienschwerpunkt von der Klassischen Philologie auf die Politikwissenschaft verlegt habe.
Mitbestimmung war dem damaligen Institutschef René Marcic ein besonderes Anliegen - bei einer Pressekonferenz in der Wiener Institution "Concordia" haben wir als Studierende gemeinsam mit AssistentInnen und einigen Professoren für die Etablierung der Politikwissenschaft gekämpft. Unter Wissenschaftsministerin Hertha Firnberg wurde nicht nur die "PW", sondern auch durch das UOG (Universitäts-Organisationsgesetz) die Drittelparität festgeschrieben. Und am 4. Dezember 1970 wurde die "Österreichische Gesellschaft für Politikwissenschaft" gegründet, bald danach erschien das erste Heft der Österreichischen Zeitschrift für Politikwissenschaft" (ÖZP). Vor mehr als 40 Jahren war ich als Gründungsmitglied auch im ersten Redaktionsteam. Das Bild oben zeigt eine Reihe der GründungsakteurInnen - allerdings 40 Jahre danach!!

Promotion 1970, Residenz Salzburg

Mit der Arbeit "Der Mensch im Staat bei Cicero" habe ich im Juni 1970 in Politikwissenschaft und Latein promoviert. Von 1970 bis 2008 - allerdings mit vielen, oft längeren Unterbrechungen - war ich an der Universität Salzburg tätig: erst als Assistentin mit umfangreicher Lehr- und Administrationstätigkeit. Im Auftrag der Abteilung IX des Magistats der Stadt Salzburg und des ressortzuständigen (grünen) Stadtrats Johannes Voggenhuber konnte ich 1997 - gemeinsam mit Eva Pötzelberger - eine (auch heute noch) bahnbrechende Studie zur "Wohnungsnot- Wohnungsnöte" verfassen. Im Jahr 1985 habe ich mich mit dem damals ziemlich umstritteten Thema der Raumordnung habilitiert: "Zum Policy Style in einem österreichischen Bundesland - Policy and Politics in Salzburg. Als Beispiel: Die Novellierung des Salzburger Raumordnungsgesetzes zwischen 1979und 1994."

Der März 1990 - fünf Monate nach dem Berliner Mauerfall - brachte einen unerwarteten Impuls für meine universitäre Tätigkeit, dessen langfristige Folgen niemand vorhersehen konnte. Als die Mauer 1989 gefallen war und sich das Ende der DDR abgezeichnet hat (allerdings nur für aufmerksame Kenner und Beobachter der Szene), lud mich der damalige  Wissenschaftsminister Erhard Busek ein, mich mit den dramatischen Veränderungen in Berlin und im Osten Deutschlands eingehender zu befassen. Ich behaupte immer noch, dass er damals der einzige in der Bundesregierung war, der die Dynamik des damit einsetzenden Prozesses erfasst hat. Mein Forschungskonzept wurde im Ministerium genehmigt und ich machte mich (erst natürlich parallel zur weiteren Tätigkeit an der Uni Salzburg, immerhin war ich ja Hausvorsteherin) an die Arbeit. Meine Studie, "Leben mit der Einheit. Veränderte gesellschaftliche und politische Bedingungen seit dem 3.10.1990 in den neuen Ländern der Bundesrpublik Deutschland und ihre Auswirkungen auf Kultur, Wissenschaft und Medien", wurde dann 1993 als Expertengutachten durch das Ministerium approbiert.

Blick auf den Berliner Dom

Noch während meiner Recherchen in Berlin - mit großer Unterstützung der damaligen Leiterin der "Delegation in Berlin/West", Gabriele Matzner-Holzer - folgte ein weiterer Einschnitt: Gabriele Matzner-Holzer war im Zuge der deutschen Vereinigung und dem Ende der österreichischen Botschaft in der DDR Generalkonsulin in Berlin geworden und regte an, mich für einige Zeit von der Universität zum Außenministerium zuteilen zu lassen. Nach Zustimmung beider Ministerien folgte ich ihrer Einladung und übersiedelte am 7.10.1991 nach Berlin - als Konsulin am Generalkonsulat für die Bereiche Wissenschaft, Medien und Kultur, zuständig für die so genannten "neuen Länder" (ein Identität suggerierender Begriff für fünf völlig unterschiedliche Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, den ich ablehne). Aus dem zunächst nur für ein bis zwei Jahre geplanten Aufenthalt wurden dann sechs Jahre. Eine spannende Zeit - mit Engagement für junge österreichische KünstlerInnen, sich in diesem Raum zu präsentieren. Ebenso wichtig war es, dass ich mithelfen durfte, dass eine mehr oder minder neue Generation von Kulturschaffenden und -vermittlern aus der ehemaligen DDR neue Kontakte zu Partnerinstitutionen finden oder einige Beziehungen aus der Vergangenheit wiederbeleben konnte.

Im Jahr 1997 kam die Zeit des Abschieds von Berlin. Zu meiner großen Freude haben mir meine Freundinnen und Freunde aus dem Tschechischen Zentrum einen wundervollen Abschiedsabend bereitet. Viele, mit denen ich im Laufe der fast sieben Jahre im Osten Deutschlands arbeiten durfte, sind gekommen. Ein wirklich schwerer Abschied, dem aber viele Besuche folgen sollten. Auch mit meinen Studierenden, von denen etliche dringend auf meine Rückkehr gewartet haben: Zwar konnte ich DiplomandInnen und DissertantInnen auch von Berlin aus weiter betreuen - aber der tägliche Kontakt ist halt doch etwas anderes...

Wieder zurück am Institutshaus Gesellschaftswissenschaften am Salzburger Rudolfskai

Wie wichtig diese Zeit in Berlin nicht nur für mich, sondern auch für meine weitere Tätigkeit an der Universität war, hat sich bald gezeigt. Als „Associate Professor“ konnte ich meine Erfahrungen und meine wissenschaftlichen Kontakte für meine Studierenden nutzen. Einige von ihnen haben Studien und ihre Praktika (beispielsweise in der Universität Rostock) absolviert und haben Seminararbeiten und Diplomarbeiten verfasst. Naturgemäß habe ich mich auch in der Lehre zunächst mit den Entwicklungen in der Parteienlandschaft in Deutschland und insbesondere in der DDR und im Osten des nunmehr vereinigten Deutschlands befasst und habe meine Studierenden durch Exkursionen ihre eigenen Eindrücke sammeln lassen.
Mein Forschungsinteresse hat sich im Laufe der Zeit allmählich auf die "MOE", die mittelosteuropäischen Länder, und den in ihnen herrschenden Transformationsprozess erweitert. Auch dazu gab es Exkursionen, Studienreisen und Klausuren, etwa nach Slowenien, in die Tschechische Republik und in die Slowakei (wo inzwischen Gabriele Matzner Botschafterin war und uns ganz besonders aufmerksam betreut hat).

Der Wunsch, meine „Berliner Zeit“ in Buchform zu bringen, hat mich in all der Zeit nicht losgelassen – aber zur Lehre kam die Aufgabe als Leiterin eines neuen Fachbereichs „Geschichts- und Politikwissenschaft“ vom Februar 2004 bis Dezember 2006 hinzu. Mit allen Aufgaben, die damit verbunden waren, wie Zielvereinbarungen abzuschließen, MitarbeiterInnengespräche zu führen und mehr. Als sich das Ende des Fachbereichs durch den Autonomiewillen der Historiker abzeichnete und ab Jänner 2007 ein neuer Fachbereich „Politikwissenschaft und Soziologie“ geschaffen wurde, habe ich meine Leitungsfunktion abgegeben. Und mich schließlich entschlossen, nach mehr als 40 Jahren universitärer Tätigkeiten Ende 2008 in den Ruhestand zu gehen.
Sehr wohl im Bewusstsein, dass das ein „Unruhestand“ werden würde.

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