Barbara WOLF - WICHA Politik - Wissenschaft - Kunst
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Gedanken zum Dechiffrieren der Bilder

31. Morgenland als „Abend-Land“   9/2014
Acryl, Farbstift und Tusche auf Hartfaserplatte, 23 x 23 cm
Allzu oft wird Religion als Marker für ethnisch-kulturelle Differenzen herangezogen, was immer dann zu Ausgrenzungen führt, wenn sich Ängste oder Vorurteile in Wahrheit nicht auf die Religion (etwa am Beispiel des Islam), sondern auf deren AnhängerInnen richten.  Vor allem dann, wenn man das „Eigene“ als dominant, als kollektives Wir, das abgesichert werden soll, dem „Anderen“ gegenüber stellt. Dass es eine Moschee ist, die im Schatten der untergehenden Sonne steht, ist Symbol, dass es einer differenzierteren Auseinandersetzung mit der arabischen Welt und dem Islam bedarf. Nicht zu vergessen das Miteinander-Leben von Angehörigen verschiedener Glaubensgemeinschaften im eigenen Land. Stereotype und die übliche Integrationsrhetorik helfen da nicht weiter...

Üblicherweise verbinde ich an dieser Stelle meine Anmerkungen zu Bildern nicht mit Literaturhinweisen – hier mache ich eine Ausnahme und verweise auf Müller-Uri, Fanny (2014): Antimuslimischer Rassismus. Mandelbaum kritik und utopie: Wien.

30. Der Anfang eines neuen Lebens - für A.W.   9/2014
Acryl und Farbstift auf Hartfaserplatte, 23 x 23 cm
In vielen Kulturen sieht man im Schmetterling die auferstandenen Seelen der Toten - der Schmetterling gilt als Symbol von Wiedergeburt und Unsterblichkeit. Bei den Indianern verkörpert der Schmetterling den Geist einer/s Verstorbenen. Er sagt uns, dass der Tod nicht das Ende, sondern der Anfang eines neuen Lebens ist. Es heißt, dass die/der Verstorbene in der Gestalt eines Schmetterlings über uns Lebende wacht, hin und wieder bei uns vorbeischaut und nach dem Rechten sieht.
Das spendet Trost und gibt Kraft, wenn man den wichtigsten und liebsten Menschen verloren hat:  Denn wann immer man einen Schmetterling sieht, ist es wie ein Gruß aus dem "neuen Leben" und eine zarte, aber beständige Verbindung zu dieser anderen Welt
....

29.  Mit dem Herzen sehen  1/2013
Acryl auf Hartfaserplatte, 50 x 50 cm
Wer mit offenen Augen durch unsere Natur geht, wird an vielen Kleinigkeiten seine Freude haben. Schmetterlinge, Falter, Insekten, die sich aus der Fülle der blühenden Pflanzen ihre Nahrung einsaugen und ihnen zugleich helfen, sich zu vermehren. Und wer in den einen oder anderen Vorgarten blickt, wird sich an kleinen Kunstwerken und bunten Glaskugeln mitfreuen können. Und manchmal begegnet einem dann ein Kunstwerk, das aus zwei Glaskugelnd und ein paar Meter Drahtgerüst durch Form und Spiegelung Gestalt und Leben bekam. In den Kugeln spiegelt sich die Welt im Kleinen. Das kann man sehen, muss es aber nicht. Auch wenn die Augen gut sind…

28. Besser dran?  1/2013
Acryl und Farbstift auf Hartfaserplatte, 50 x 50 cm
Was ist die Bestimmung eines Fisches? Sich zu vermehren und eines Tages als Nahrung zu dienen. Nach kurzem Schlag auf den Kopf – ab in die Pfanne! So geschehen mit der köstlich gebratenen Forelle, die sich zuvor im „Bächlein helle“ getummelt hat. Vielleicht noch zwischengelagert in einem Aquarium. Nicht immer sind sie nur Zwischenlager, sondern vermitteln den Eindruck einer ästhetischen Welt mit Schönheit ohne Langeweile – vor allem, wenn sich besondere Fische darin tummeln – hier ein dreifarbiger KOI (Karpfen) und sein „Verwandter“, ein ganz besonderer Goldfisch. Aber der Ort der Ruhe und des Genusses kann ganz schnell unsicher werden, wenn plötzlich die Frontscheibe fehlt, das Wasser abrinnt und die kostbaren Insassen davongespült werden. War es ein technischer Fehler – oder war der Mensch des Treibens der Fische einfach überdrüssig? Wie halt im Leben…

27. Ausgedient  12/2012
Acryl und Farbstift auf Hartfaserplatte, 30 x 30 cm
Pflanzen werden in der Kunstgeschichte gern als Modell genommen. Und die Eleven im Zeichnen und Malen können hier gut die Wirkung von Licht und Schatten sehen und umsetzen. Allerdings lässt sich das „Trieb“-Leben mancher Pflanzen vom Menschen nicht steuern. Dann beginnt die Konkurrenz um das LICHT, das Künstler und Pflanze gleichermaßen brauchen – und hier hat die Pflanze, die nur als lästig empfunden wird, die schlechteren Karten. Umgesägt, ausgedient…

26. Globalisierung  12/2012
Acryl und Tusche auf Hartfaserplatte, 80 x 60 cm
Ein Eichhörnchen knabbert an einer Nuss – nichts Ungewöhnliches, sondern eine Freude der Spaziergänger. Wenn es im Park von Hellbrunn mit dem Monatsschlössel im Hintergrund (1615 durch Markus Sittikus errichtet) seine Runden dreht. Aber Eichhörnchen gibt es nicht nur in Europa – und in manchen Ländern werden sie als Schädlinge gejagt. Wie mag es diesem hier gehen, zu Füßen einer Laterne auf dem „Walk“, der 1,7 km langen Geschäftsstraße der Jumeirah Beach Residence in Dubai?

25. Imaginierte Film- und Phantasiewelt  - Fata Morgana demaskiert 12/2012
Acryl auf Hartfaserplatte, 30 x 30 cm
Reiseunternehmer preisen längst nicht mehr allein die Strände Tunesiens an, sondern verführen die Besucher gern zu Wüstenfahrten. Ein beliebtes Ziel ist die 15 m über dem Meeresspiegel liegende Salzsenke Schott el Djerid, kann man dort auch den „Heimatplaneten“ des Sternenkriegers Luke Skywalker (aus „Star Wars“) besichtigen. Es mutet merkwürdig an, dass Spendenaufrufe publiziert wurden, um die Kulissen zu renovieren, um den Fan-Tourismus zu fördern. Aber das kennt man ja auch in unseren Breiten.
Was allerdings wirklich faszinierend ist, ist das Erlebnis einer Fata Morgana, die man bei hohem Sonnenstand wahrnehmen kann. Diese starwars-angereicherte Imagination verbindet sich mit einer besonderen Luftspiegelung: Ein stolzer Krieger – skurril mit Karnevalsmaske ausgestattet – entsteigt entblößt einer Rippe. In Abwandlung der Schöpfungsgeschichte ist es die Rippe eines weiblichen Kamels. Krieg der Sterne – Krieg der Geschlechter?

24. Wieder entflammen  11/2012
Acryl und Pastell auf Hartfaserplatte, 30 x 30 cm
Die Kerze in diesem Bild ist eben erloschen, ihr inneres Leuchten ist noch vorhanden. Schnell nähern sich ihr zwei Streichhölzer, von denen eines es aus eigener Kraft wohl nicht mehr bis zur Kerze schaffen wird. Würden sie sich vereinen, wäre ihr Feuer stärker – aber zumindest eines könnte die Kerze sicher entzünden. Es bedarf nur des kleinen Anstoßes, das Licht wieder zum Leuchten zu bringen.

23. Chiffre des Widerstands mitten im Flächenbrand  10/2012
Acryl, Farbstift und Pastell auf Hartfaserplatte, 60 x 80 cm
Dem Chaos und der Vernichtung in der Folge des „arabischen Frühlings“, der von Tunesien ausgegangen ist, stehen wir rat- und machtlos gegenüber. Vielfach sind auch die social media, mit deren Hilfe sich der Aufstand verbreitet hat, von den Mächtigen unterdrückt. Wie so oft in Kriegen sind Frauen die Opfer – aber sie sind oft diejenigen, die subversiven Widerstand üben. In aufrechter Haltung, mit klarem Blick, in die offiziellen Farben – schwarz, grün, rot, weiß – gekleidet: Rot steht für Blut, das für die Erlangung der Ziele im Kampf vergossen wurde, weiß symbolisiert die strahlende Zukunft, schwarz steht für die Jahre der Unterdrückung und grün ist die Farbe des Propheten Mohammed und des Islams. Aber die zum Victory-Zeichen in die Höhe gehaltene Hand zeigt das von den „Aufständischen“ übernommene Zeichen in den Farben der Revolution von 1932, während rundum die Städte in Brand und Schutt aufgehen.

Als Syrien 1932 die Autonomie erhielt, hatte es die Flagge mit drei waagrechten Streifen Grün-Weiß-Schwarz und drei fünfeckigen, roten Sternen im weißen Streifen übernommen (Sterne für die drei Distrikte Syriens, Aleppo, Damaskus und Dai rar-Zur). Sie galt bis 1958. Als Syrien Teil der VAR wurde, übernahm es die Flagge mit drei waagrechten Streifen Rot-Weiß-Schwarz und zwei fünfeckigen, grünen Sternen im weißen Streifen (für Syrien und Ägypten). Als 1961 Syrien die Union verließ, übernahm es wieder die Farben von 1932. Seit 1980 ist es wieder die rot-weiß-schwarze Flagge.

22. Der Preis des Blühens  10/2012
Acryl, Farbstift und Pastell auf Hartfaserplatte 60 x 50 cm
Agaven werden als Jahrhundertpflanze („Century Plant“) bezeichnet, da sie nur einmal blühen, aber bis zur Ausbildung eines Blütenstands mehrere Jahrzehnte vergehen können. Wenn die Blüte voll entfaltet ist, bis zu 12 Metern hoch kann der Schaft werden, dann stirbt die Mutterpflanze nach drei bis vier Wochen ab. Schon bei der Entwicklung der Blüte greift die Hand des Gerippes nach ihr. Geburt und Tod liegen nahe beieinander. Man weiß nicht, wann das Ende sein wird, aber es ist gewiss.

21. Vier Jahreszeiten: Frühlingsboten  6/2012
Acryl und Pastell auf Hartfaserplatte, 30 x 30 cm
Eine der ersten Pflanzen, die am Ende des Winters in den Wohnungen blüht, nachdem sie fast zwei Monate nicht gegossen wurde, ist die Clivia. Sie ist voll erblüht und vermittelt die Kraft, die sie aus sich selber nach dem langen Winter gezogen hat. Allerdings lang halten die Blüten nicht.
Auf ihren Blüten sitzt ein Falter, das Tagpfauenauge. Er hat überwintert, ist früh dran. Wenn er seine großen Flügel öffnet, ertönte ein zischendes Geräusch. Das und die großen Augen der Flügelzeichnung sollen mögliche Fressfeinde abschrecken und schützen den Falter und die Clivia.

20. Vier Jahreszeiten: Herbst - Va Pensiero  11/2011
Acryl und Pastell auf Hartfaserplatte, 30 x 30 cm
Eine Bank gewährt der Frau, die sich hoch über den Nebeln des Tales zurückgezogen hat, Ruhe. Sie kann sich ganz ihren Gedanken hingeben, die über das Tal hinweg fliegen. Auch der Untersberg gegenüber, der mystisch in Herbstfarben leuchtet, schränkt die Gedanken nicht ein – für sie gibt es keine Grenzen und keine Fesseln…

19. Erloschen 11/2011
Acryl, Pastell und Farbstift auf Hartfaserplatte, 30 x 30 cm
Vor dunklem Hintergrund steht die Kerze, die eben – obwohl noch in beachtlicher Größe – erloschen ist. Ihr inneres Leuchten ist verschwunden. Hat sie jemand ausgeblasen? War es der Luftzug? Der Rauch weht in Kaskaden weg – als Symbol, dass alles einmal ein Ende hat, wenn der Sturm dagegen ist…

18. Vier Jahreszeiten: Winter - Freie Fahrt zum Polarkreis 7/2011
Acryl, Farbstift, Pastell auf Hartfaserplatte, 30 x 30 cm
Stahlskulpturen (2005/6) von Jeppe Hein mit verschiedenen Bänken sind Vorbild für dieses Bild. Gesehen habe ich es 2010 beim Artforum Berlin. Dass der Künstler seine Bänke, auf denen keiner sitzen kann, „modified social bench“ nennt, mag damit zu tun haben, dass in manchen Städten an so genannten kritischen Plätzen die Stadtverwaltung bewusst keine Bänke aufstellt. Damit sich dort keine Sandler, Bettler, Gastarbeiter niederlassen, die das Stadtbild stören könnten…
Das Sitzbrett dieser Bank ist looping-artig gedreht – Zeichen unendlicher Liebe? Oder von Chaos? Oder von Phantasie? Denn die steht dahinter, wenn Verliebte am Polarkreis aus Steinen ihren Turm bauen als Zeichen, dass nichts und niemand ihre Liebe gefährden kann. Jedenfalls hat der Spaziergänger, dessen Spuren im Schnee zu erkennen sind, nichts Böses vorgehabt. Wie ein stabiles  Zeichen steht links im Hintergrund das Symbol für den Polarkreis. Hinter der Bank zeigt das Ostberliner Ampelmännlich „Grün“: Ihr habt freie Fahrt!

17. Serie Vier Jahreszeiten: Sommer - Lass mich fliegen..!  6/2011
Acryl, Farbstift, Pastell auf Hartfaserplatte, 30 x 30 cm
Diese Bank (ebenfalls Jeppe Hein) taugt gerade noch dazu, einen Luftballon festzubinden. Der freilich möchte nichts anderes als davonfliegen – dem Regenbogen im Hintergrund zu. Aber die Bank ist eingebrochen, als würde sie mit großer Kraftanstrengung dem Wunsch, in die Freiheit zu fliegen, gegenhalten. Ob es dem Ballon dennoch gelingt, sich aus dieser fest auf dem Boden stehenden Fessel zu befreien?

16. Mein Malbuch  5/2011
Panpastell, Farbstifte auf Malplatte, 60 x 80 cm
Ein Stapel Bücher – das wäre für eine Wissenschafterin nichts Besonderes. Aber aus einem der dicken Folianten zeigt sich der Arm (der Künstlerin), die einen Pinsel in der Hand hält. Nimmt sie ihre Anregungen zum Malen aus dem Buch selber? Oder lässt sich daraus das Schwanken zwischen den Professionen als Wissenschafterin und Künstlern ablesen? Die Mauwurffrau auf dem Bücherstapel scheint sich über das Phänomen der lebendig gewordenen Bücher zu wundern. Ihr ist das Tagesgeschäft näher. Denn sie hat eine Zeitung unten den Arm geklemmt. Will sie die Künstlerin darauf hinweisen, dass die Realität (oder zumindest das, was Zeitungen dafür halten) die besten Stoffe liefert?

15. Sortiertes Chaos 10 nach 10   2/2011
Öl auf Malplatte, 24 x 30 cm
Die im Raum herumliegenden Stapel von farbigen (Mal?-)Platten und Notizblöcken sehen irgendwie geordnet aus - hätten sie sich nicht dem Diktat der Zeichnerin widersetzt. Sie stapeln sich selber, sortieren sich selber je nach Lust und Laune zusammen – nicht immer ganz stabil, nicht immer in Farbzusammenstellungen, wie es der „Farbkomponist“ empfiehlt. Es scheint ihnen völlig gleichgültig, ob die Uhr schon zehn nach zehn zeigt. Die herausquellenden Jetons oder Münzen werden gleich zwischen den Stapeln verschlungen. Eine sympathische Uhr, die und deren Dekor-Vögel Spaß am Chaos haben. Ein belehrendes „5 vor 12“ wird diese Uhr sicher nie zeigen!

14. Sattelfest – davongekommen  1/2011
Acryl, Pastell und Farbstift auf Hartfaserplatte, 70 x 50 cm
Bestimmte Dinge braucht man, so heißt es, „wie ein Fisch ein Fahrrad“. Das Bild ist aber weder eine Reaktion auf den Roman von Elisabeth Dunkel noch ein bildliche Umsetzung feministischer Paradigmen. Vielmehr stand für kurze Zeit in einem Londoner Garten einmal eine derartige Skulptur, die Anlass für meine Bildgeschichte wurde: Da steht einer angelnd am Ufer, auf seine Beute wartend – aber er hat die Rechnung ohne die Klugheit des Fisches gemacht.  Er hat sich, fröhlich pfeifend, inzwischen mit dem Rad des in den See starrenden Anglers aus dem Staub, pardon, aus dem Schnee gemacht… Und er hat sich selber einen Wurm-Proviant aufs Rad geschnallt. Gut, dass die Machtverteilung nicht immer fixiert ist.

13. Ausgegrenzt  11/2010
Acryl und Farbstift auf Hartfaserplatte, 70 x 30 cm
Auf den schnellen Blick ein freundliches Bild mit Orchideen. Wäre da nicht die Gliederpuppe inmitten der Blätter, die mit ihren Armen die rosa Orchideen schützt und den grünlichen „Eindringling“, der die Nähe sucht, abwehrt. Das Bild will eine Antwort auf so manche Ausgrenzung sein: jemand sieht vielleicht etwas anders aus, spricht vielleicht anders – und schnell ist die Gesellschaft dabei, den anderen auszugrenzen oder wegzuschicken, um einfach unter sich zu bleiben. Auch wenn nichts anderes als Nähe und Gesellschaft gesucht wird. Dabei wäre es so einfach, die Hände umzudrehen  und zu öffnen…

12. Salzburger Impressionen 10/2010
Öl auf Malplatte, 14.5 x 30 cm
Vordergründig könnte hier das Klischee des Salzburgs Schnürlregens bedient werden. Eng an eng, wie an einem Regentag in der hochsommerlichen Getreidegasse, sind die Menschen unter ihren dunklen Schirmen verborgen. Wie ein Lichtblick erhebt sich inmitten dieses düsteren Schirm-Meeres ein roter Regenschirm, der selbst an einem grauen  Regentag Helligkeit spendet. Wer mag darunter gehen? Oder stellt sich die Frage, dass anderswo Menschen um Regen beten, während wir reich daran sind. Oder ließe sich das auch politisch interpretieren, was von den schützenden Schirmen vor den Augen der Betrachter verborgen wird?

11. Im Raum 10/2010
Öl auf Leinwand, 30 x 24 cm
Eine Szene ohne viele Details: Zwei Wände, schwarz und blau, ein Teil einer weißen Wand aus dem anderen Raum. Die blaue Wand spiegelt sich in einem glatten Boden. Beklemmend ist es nicht, denn aus dem Raum links dahinter kommt Licht. Wenn es Dir in diesem Raum (Leben, Beruf, Umständen) zu eng, zu kalt oder glatt ist – geh doch einfach dem Licht nach. Dort versperrt keine Mauer, keine Tür die Möglichkeit, einfach den Raum zu verlassen.

10. Farbe sticht Form – eine neue Mitte für Lehen  9/2010
Acryl, Pastell und Farbstift auf Hartfaserplatte, 60 x 80 cm
Die Stadtbibliothek in Lehen, erbaut anstelle des alten Fußballstadions, stand Pate für dieses Bild. Aber hier geht es weniger um die Formentreue als vielmehr um das Spiel der Komplementärfarben orange, grün und violett. Die oft gegenüber moderner Architektur skeptischen Stadtbewohner – der die Hände vors Gesicht schlagende Mann - haben längst von der Bibliothek und der hoch als Wahrzeichen aufragenden „Sky-Bar“ Besitz ergriffen, wann immer sie bewirtschaftet wird. Der chinesische Drache, wohl einem der Bücher entstiegen, freut sich auf seinen Ausflug aus den Bibliotheksregalen zu einer Leserin/ einem Leser.

9. Rendezvous am Wasserschloss Anif  7/2010
Acryl, Pastell und Farbstift auf MDF-Platte, 50 x 70 cm
Nur zu seltenen Anlässen ist es Besuchern gestattet, das Wasserschloss Anif in der Nähe zu sehen. Es spiegelt sich im Wasser und hält allzu neugierige Besucher auf Distanz. So mag auch der gekrönte Palastwächter alle abschrecken, nur der leise heranschwimmenden Seejungfrau scheint er den Zugang zu gestatten. Ob er, dessen Heimat in den nordischen Ländern ist, seinen Anspruch auf das Schloss geltend machen will? Die Seejungfrau, die übrigens eine Barke in Dubai zierte, sollte mitten in Europa die so nötige Verbindung der Kontinente und das Zusammenleben der Menschen symbolisieren.

8. Sand unter Strom 1/2010
Acryl, Pastell und Farbstift auf MDF-Platte, 60 x 80 cm
Unter dem Eindruck der Reisen in die Arabischen Emirate und insbesondere nach Dubai entstand dieses Bild. Kaum anderswo wird man so vom Aufeinandertreffen von Naturlandschaft (Wüste, Palmen) und menschlichem Eingriff (hier an den Strommasten) berührt. Wie viel wird von der Natur noch übrig bleiben, wenn die Zivilisation Oberhand gewinnt. Aber auch: Wie viel kann sie mithelfen, Armut zu überwinden? An das touristische Fernreiseziel mit allen oft merkwürdigen Nebeneffekten erinnert das Souvenir-Kamel aus Metall im Vordergrund. Denn lebende Kamele sind ja im städtischen Bereich längst verdrängt…

7. Jumeihrah Moschee 8/2009
Acryl, Farbstift und Blattgold auf MDF-Platte, 70 x 70 cm
Die Reisen nach Dubai in den Jahren 2009 und 2010 waren der Auslöser für dieses Bild. Zu den Top-Sehenswürdigkeiten von Dubai gehört die Jumeirah Moschee. Erbaut wurde sie Mitte der 1970er Jahre. Die Jumeirah Moschee ist elfenbeinweiß und die spektakulärste und größte Moschee von Dubai, die am Anfang der Jumeirah Road errichtet wurde. Von weitem sind das 70 m hohe Minarett und die insgesamt fünf Kuppeln über eine lange Strecke hinweg sichtbar. Das Bild ist der Versuch, den Eindruck der durch die und in der Moschee vermittelten Ruhe und des Respekts wiederzugeben. Zugleich ist es eine Verneigung vor der Baukultur, der Symbolik und der Religion des Islam.

6. Kahurangi – Schatz  4/2009
Acryl und Farbstift auf Malplatte, 40 x 30 cm
Der Nationalpark Neuseelands mit seiner artenreichen Flora ist ein besonders wertvoller Besitz, ein Schatz eben. Wenn die Schnecken in diesem Gebiet sterben, bleibt ein Ring übrig, der von den Eingeborenen getragen wird – und von Schmuckkünstlern als Besonderheit in Gold nachgegossen wird. Diese Ringe – sie selber werden zum „Schatz“. Hier im Bild sind sie die Basis für die geometrische Form, die von einer Muschel gekrönt wird. Übrigens: Nimmt man die Ringe als Eheringe, dann bekommt „Schatz“ noch eine besondere Bedeutung, in Komplementärfarben…

5. Angst vorm Fliegen 2009
Öl  auf Malplatte, 30 x 24 cm
Es war dies der erste Versuch in der Ölmalerei – und dank der Ermutigung durch den Lehrer war es ein angstfreier Sprung in dieses neue Material. Ein kleiner Vogel aus einem Kinder-Überraschungsei war das Modell – und eine Geschichte schnell geboren: Das sitzt einer auf einem Steg, rundum Wasser. Noch gibt es ein klein wenig Unsicherheit, sagen die Augen – zurückgehen will man nicht. Also wird sich der kleine Vogel nach einem tiefen Atemholen in die Luft erheben und sich ganz stolz treiben lassen. Er hat sich überwunden und fühlt sich frei…

4. Transparente Auffaltung  9/2008
Acryl und Farbstift auf Leinwand, 50 x 40 cm
Die Bausparkasse Wüstenrot in Salzburg mit der Bäume zeigenden Fassade ist mit schimmerndem Streckmetall umhüllt, das je nach Sonneneinstrahlung schimmert. Das Spiel von Fläche des Gebäudes und der zart anmutenden Umhüllung hat mich fasziniert – und war Anlass, es zeichnerisch umzusetzen.

3. Die Wächter der Pedrera  7/2008
Acryl auf Malplatte, 30 x 30 cm
Das Bild entstand nach einem Aufenthalt in Barcelona im Winter 2004/5. Es ist eine Verbeugung vor dem Werk des katalanischen Architekten Antoni Gaudi. Besonders faszinierten die runden, organisch wirkenden Formen bei seinen Bauwerken. Sie wurden in der Formensprache des Modernisme, der katalanischen Spielart des Jugendstils errichtet.  Die Casa Milà, die von Gaudi 1906 bis 1910 errichtet wurde und von den Bewohnern „Pedrera“ – Steinbruch – genannt wurde, wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Luftschächte ragen mit ihren „Gesichtern“ wie Wächter in die Höhe und haben mich zum Zeichnen motiviert.    

1. Fundstücke im Spätsommer 7/2008
Acryl auf Malplatte, 29 x 24 cm
Ein Ensemble aus Mohnblume, Kornähre, ein Zweig mit Bucheckern – untrügliche Zeichen, dass sich der Sommer dem Ende zuneigt. Das Rot der Mohnblume – komplementär zum Grün des Buchenzweigs - hellt die eher triste Stimmung auf. Doch es kommen keine Erinnerungen an Claude Monets Mohnblumenfeld auf – vielmehr an das Gedicht „In Flanders Fields“: Während des 1.Weltkrieges blühten viele Poppies auf den Schlachtfeldern von Flandern. Am „Remembrance Day“ tragen viele Briten die Mohnblume, die  „Poppy“,  zum Gedenken an die Todesopfer des 1. Weltkrieges.

 

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