Barbara WOLF - WICHA Politik - Wissenschaft - Kunst
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Mein Projekt: "Vom realen Sozialismus in die reale Einheit" - Leben im Veränderungsprozess ostdeutscher Kommunen

Im Jahr 2014 jährt sich zum 25. Mal der Fall der Berliner Mauer. Im Jahr 2015 ist es 25 Jahre her, dass die Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zur Bundesrepublik Deutschland beigetreten sind. Mit diesem staatsrechtlichen Akt wurde die Teilung Deutschlands in West und Ost beendet, die DDR hörte zu existieren auf.
Wie ich in meiner Biografie berichten konnte, war ich in der ersten Zeit der deutschen Vereinigung zwischen 1990 und 1997 in diesen Ländern und in Berlin tätig. Aber in einem Vierteljahrhundert hat sich vieles verändert. Die jährlichen Berichte der deutschen Bundesregierung "zum Stand der deutschen Einheit" zeigen, allen Bemühungen zum Trotz, immer noch bedeutende Unterschiede zwischen Ost und West. Von der "Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen" kann keine Rede sein (auch nicht von den "blühenden Landschaften", die der damalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl versprochen hatte). Der demografische Wandel, der übrigens nicht nur den Osten Deutschlands betrifft,  hat dazu geführt, dass das Zukunftsszenario mit den Worten "weniger - bunter - älter" charakterisiert wird. Es geht sogar so weit, dass man den Kommunalplanern und Investoren empfohlen hat, sie sollten darauf achten, "welche Dörfer oder Siedlungen zukunftsfähig sind" und ob man nicht in bestimmten Regionen Landflucht fördern sollte.
Diese Art der Demografisierung der Politik hat mich veranlasst, mich näher mit solchen Regionen zu befassen. Und zwar nicht nur aufgrund der Statistik, sondern danach, wie KommunalpolitikerInnen und die BürgerInnen in den "ausblutenden peripheren Kommunen" damit umgehen.
Was heißt es für die Identifikation der Menschen mit ihrer Gemeinde, wenn nach Gebietsreformen ihre eigene Gemeinde von der Landkarte verschwindet? Welche Auswirkungen haben Zusammenschlüsse, wenn Gemeinden mit völlig unterschiedlicher Positionierung zusammengefasst werden, wenn beispielsweise durch die Industriegemeinden-Mehrheit im Stadtrat verhindert wird, dass eine (sogar zu DDR-Zeiten) denkmalgeschützte Gemeinde zum UNESCO-Biospärenreservat werden kann. Was bedeutet es für das Gemeindeleben einer Gemeinde, wenn Grundschulen geschlossen werden, wenn für den Weg zur nächsten Apotheke, zum Arzt, zum Ausbildungs- oder Arbeitsplatz kaum noch regelmäßig verkehrende öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen? Wie können die BürgerInnen eingebunden werden, um nach Alternativen zu suchen?

Ein Beispiel einer nicht mehr selbständigen Stadt ist STOLBERG, ein denkmalgeschütztes Juwel und Luftkurort - aber derzeit nicht mehr eigenständig (und kämpft um den Fortbestand der Grundschule!)

 Welche Wirkung hat die negative Berichterstattung über die Region auf die Bereitschaft jüngerer Menschen und Betriebe, sich hier (wieder) anzusiedeln? Welche Kraft geht für die einzelnen und für Gemeinden und Land vom zivilgesellschaftlichen Engagement aus? Was bedeutet es, dass in den ostdeutschen Bundesländern die gut ausgebildeten Frauen weggezogen sind? Welchen Stellenwert hat Kultur in den Gemeinden, zumal sie sehr oft von den Frauen getragen wurde, für die Bereitschaft hierzubleiben?
Dass die Menschen an ihrer Gemeinde, ihrer Region hängen, hat sich zuletzt gezeigt, dass - wie in Thüringen - viele wieder ihre alten Autokennzeichen wiederhaben wollen.
Zu all dem kommt der Umgang mit der eigenen Vergangenheit, das haben die letzten Landtagswahlen vor allem in Brandenburg und in Thüringen gezeigt und die Diskussion über die Partei Die Linke, die derzeit in Brandenburg Partner der SPD ist und in Thüringen den Ministerpräsidenten in einer rot-rot-grünen Koalitionsregierung stellt.

Mein Projekt ist allerdings derzeit ins Stocken geraten: Der Vormarsch der AfD in eine Reihe von Landtagen und das Erstarken der PEGIDA mit islamfeindlichen Parolen und tätlichen Angriffen auf Flüchtende und auf AsylbewerberInnenheime hat den Fokus massiv verändert. Wann und in welcher Form das Buch abgeschlossen wird, wage ich nicht vorherzusagen - aber hier werden Sie am schnellsten informiert, wenn es soweit ist.

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